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Alte Gebäude haben
in der Kindheit der derzeitigen Lehrergeneration einen eigenartigen
Reiz ausgeübt.
Düstere Keller, vollgestellte Speicher mit Opas Gerümpel und – weit weniger,
aber umso faszinierender – nicht vorhandene Geheimgänge regten die Fantasie
der heute Erwachsenen an. Zumindest die kleineren Schüler kann man damit noch
begeistern, und so wurde im Rahmen einer Stundensequenz zum Thema SAGEN im
Schuljahr 2002/2003 von den Klassen 6c und 6d das Gebäude und Gelände ein
wenig erkundet. Im Vorfeld gingen der Computerbeauftragte Michael Müller und
der Deutschlehrer Dr. Holger Eckhardt einige Stationen auf dem Gelände der RNF
und im Gebäude ab. Man fand und entdeckte Fantastisches.

Zunächst
fiel der kleine, zugeschüttete GROTESKEN-Brunnen in Form eines stilisierten Löwenkopfes
unter der Treppe des Nordeingangs
(s. Bild) auf. Weder der Schulleiter Herr
Berretz noch der Hausmeister Herr Spies konnten zu dem Brunnen Auskunft geben.
Die Schüler der Sechserklassen versuchten sich mit selbst entwickelten Sagen-Ätiologien
auch vergeblich. Wer wann warum ausgerechnet an dieser Stelle den Brunnen
angebracht haben mag, verbleibt im unauslotbaren Abgrund der Geschichte. 
Merkwürdig
erscheint auch der scheinbar einer Glocke bare GLOCKENTURM des Nebengebäudes (s.Bild).
Grund genug, den seltsamen Umstand einmal von Schülern beschreiben zu lassen,
zumal auf Nachfrage von Herrn Eckhardt auch keines Lehrers Fuß jemals dieses
unbekannte Universum betreten hat. Man erzählt sich, es hause der
Unaussprechliche dorten, um darüber zu wachen, dass keine Glocke jemals ihre
christliche Mahnung in den Äther der Nordstadt schicke.
Ähnlich
einer mittelalterlichen Burganlage besitzt auch die RNF einen Zwinger. Zwischen
Jungentoilette und Zwinger befindet sich ein TROG, womöglich auch Überrest
eines Brunnens, der aufgrund seiner Größe vermuten lässt, dass so manches Ross
dort seinen Durst gestillt haben mag (s. Bild). Reste der antiken
Trinkwasserversorgung?
Gewässerkunde,
Origami und Heraldik: Die fast vergessenen, als Stiefkind behandelten
Hilfswissenschaften müssen auch an der RNF einmal Triumphe gefeiert
haben. Zumindest die baustilkundlich interessanten Zierwappen an den Türeingängen
zeugen noch von altem heraldischen Wissen, das in den Fächern Kunst und
Geschichte dringend einer Renaissance bedarf. (Gewässerkunde und Origami
können dann ja als AG angeboten werden.)
Damit sind die Merkwürdigkeiten des Gebäudes a uch
erschöpft, sieht man von nicht
abbildbaren olfaktorischen Überbleibseln vergangener Jahre auf der pittoresken
Jungentoilette ab. Allerdings finden sich, wenn man wachen Auges durch das
Objekt streift, noch eine Reihe von Artefakten, die allein aufgrund ihres
Blickwinkels eine Neubewertung als geheimnisvoll zulassen. Dazu gehört etwa das
sagenhafte GELBE KREUZ im Treppenhaus (s. Bild), das uns von höherer Stelle als
Düsseldorf zurufen will: Ihr seid nicht allein.
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by Mimü Hoeck
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